Dortmund – Herdecke

Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Jakobspilger Dortmund – Herdecke

Die Planung zu der Etappe finden Sie / findest Du hier.

Etappe am 12. März 2017

Dortmund – Herdecke  24 Fahrradkilometer
Tour Auflauf 60 Fahrradkilometer

Wetterbericht

Ein Blick um 8 Uhr auf das Wetter: noch etwas kühl; aber beste Aussichten mit 14 °C und wolkenlosem Himmel.

Dortmund 12. März 2017, 8:10
Wolkenlos
Wolkenlos, 2°C, 1 m/s
Gefühlte Temperatur: 3°C, Aktueller Luftdruck: 1020 mbar, Luftfeuchtigkeit: 74% Wind: 1 m/s N, Böen: 1 m/s, UV-Index: 0, Sonnenaufgang: 6:51, Sonnenuntergang: 18:30,
© 2017 AccuWeather, Inc.

Aufbruch in Dortmund

Nach dem Jugendherbergsfrühstück, noch ein Blick auf die Wettervorhersage, dann eben schnell das Bett abziehen, packen und aufsatteln. Gegen 10 Uhr mache ich noch ein paar Fotos, dann ein letzter Blick zum Probsteihof und ich sitze ich im Sattel. Über den Hansaplatz und die Hohe Straße geht´s stetig bergauf in Richtung Rheinlanddamm (B1). Kurz vor der B1 komme ich an dem Hotel Gildehof vorbei. Man ist das lange her, als ich hier in jungen Jahren bei meinen frühen Weiterbildungen öfter gewohnt habe. Bei der Vorbeifahrt fällt mir wieder das Gesicht des damaligen Hoteliers ein. – Erstaunlich!

Westfalenpark

Nach einem kurzen Abschnitt auf der B1 biege ich gleich nach der Unterführung in den Westfalenpark ein. Kurz danach stehe ich auf der Rückseite der Westfalenhalle und des benachbarten Hotels. Und schon wieder gehen mir – während ich Innehalte – die Erlebnisse und Geschichten aus längst vergangenen Tagen durch den Kopf. Messen, Ausstellungen, Konzerte, usw. alles verdammt lang her.

Florianturm

Der unverkennbare 219 m hohe (338 m NN) Funkturm mit seinem ehemaligen Drehrestaurant ist von vielen Stellen aus sichtbar.

Westfalenstadion

Dass ich am Westfalenstadion respektive dem Signal Iduna Park mit dem Fahrrad auf einem Jakobs-Pilgerweg jetzt an diesem neuzeitlichen Goldene Kalb (Apg 7,39-42)vorbeikomme, habe ich mir früher auch nicht träumen lassen.

Emscher

Kurze Zeit später quere ich die Emscher und „Am Segen“ kommt die erste heutige Bergprüfung. Ich muss aus dem Sattel und schieben. Beim Schieben hat man mehr Zeit für Begegnungen ich komme mit einer betagten Anwohnerin ins Gespräch, die mir u.a. erzählt, dass sie als Kind an diesem Berg auch schon öfter schieben musste.

Nach jedem Anstieg kommt eine Abfahrt an deren Ende heute das schöne alte Torhaus steht. Jetzt wird es für ein kurzes Stück eben.

Rombergpark

Im Dortmunder Süden führt der Pilgerweg durch den Rombergpark. Bei dem heutigen schönen Wetter ist der botanische Garten von 1820 stark frequentiert. Radfahrer müssen schieben.

Korbinisapfelbaum

Am Eingang steht ein junger Apfelbaum es ist ein lebendes Denkmal. Die Apfelsorte entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese des Häftlings und Pfarrers Korbinian Aigner. Er sähte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zum Kriegsende verlegt werden sollte. Er konnte flüchten und pflanzte die drei Sämlinge in seinen Garten und nannte sie KZ-Äpfel. Eine der Sorten heißt KZ3 und wurde später Pfarrer Aigner zur Ehren in Korbinisapfel umgetauft.

An dieser Stelle gedenken wir der etwa 230 Menschen unterschiedslichter Nationalitäten, die im März und April 1945 von der Gestapo in der Bittermark und hier im Rombergpark ermordet wurden.
Quelle: Stadt Dortmund

Nach der schönen Brücke mit den Schlössern geht`s auch über ein paar Stufen schon wieder ordentlich bergauf. Nicht nur an den Treppen muss ich schieben. Bergprüfung Teil Zwei. Meine Reisegeschwindigkeit sinkt deutlich.

Mittagspause in Wellinghofen

Nach rund 9 km führt mich der Pilgerweg nach Wellinghofen. Die alte Ev. Kirche lädt zum Fotografieren ein. An der neuen Kath. Kirche ist noch Messe. Für den Pilgerstempel fahre ich den Jakobsweg bis zur Bäckerei Mohr weiter. Hier bekomme ich Wasser, Kaffee und einen prächtigen farbigen Pilgerstempel. Ich genieße die Mittagspause draußen in der warmen Sonne im Café der Bäckerei. Einziger kleiner Wermutstropfen: Ich habe noch nicht mal die Hälfte der heutigen Etappe hinter mir aber dafür habe ich mich von 88 m NN auf 135 m NN hochgeschraubt. Bald kreuzt man die B54 und jetzt wird`s es wirklich Ernst mit den Anstiegen. Außer den durchgestylten zahlreichen Mountainbikern, die fahren im Hamstergang einfach an mir vorbei und lassen sich die Anstrengung nicht anmerken. 😉

Bitterfelder Forst

Die Strecke führt nun weite Teile durch den Dortmunder Bitterfelder Forst und durch uralte Bergbaugebiete. Die Hinweisschilder auf Tagesbrüche mehren sich. Und jetzt geht’s schon wieder stramm bergauf. Da reicht meine Kondi nicht. Ich muss immer wieder längere Abschnitte schieben. Die Bergprüfung Teil Drei fordert mich ganz schön. Der Vorteil ist: man hat genügend Zeit für die Landschaft und die Tierwelt.

Trotz der heutigen Bergprüfungen mache ich einen kleinen Abstecher zum Mahnmal Bittermark. In den Ostertagen 1945 wurden vom 7. März bis 12. April auf einer Waldlichtung in der Bittermark, im Rombergpark und auf dem Eisenbahngelände zwischen Hörde und Berghofen etwa 300 Menschen brutal ermordet. Am 13. April 1945 wurde Dortmund von den amerikanischen Truppen besetzt. 

Die Autobahn spannt eine riesige Brücke u.a. durchs Tal der Olpke im Rombergholz. Als ich nach knapp 14 km unter der hohen Brücke herfahre, hoffe ich, dass die Steigungen nachlassen. Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Aber nach knapp 15 km ist der höchste Punkt mit 240 m NN erreicht. Von nun an geht es bis auf einen kleinen Hügel im Wesentlichen bergab.

Syburg

Ab Syburg ist die Abfahrt unangenehm zu fahren. Der Mini-Radweg/Bürgersteig ist sehr schmal und ist zur Hälfte mit Laub und Ästen bedeckt. Außerdem stehen die Begrenzungspfähle mitten auf diesem Bürgersteig. Die Straße mit Ihren Serpentinen ist ebenfalls sehr schmal und die geschwindigkeitsliebenden Vollpfosten unter den Auto- und Motorrad-Fahrern brettern hier mit zu hohen Geschwindigkeiten rum und überholen riskant. Einziges Highlight auf diesem Abschnitt ist der Blick von der Brücke ins Tal auf den See. Ich bin froh als ich unten bin.

Hengsteysee und Ruhr

Die letzten 4 km fahre ich am See entlang. Hier ist allerdings heute der Bär los. Der Abschnitt ist sehr beliebt. Fußgänger und Radfahrer teilen sich den Uferweg. Das klappt meistens gut.

Herdecke

Gegen 16 Uhr sitze ich mit einem Ehepaar aus Wuppertal-Beyenburg auf einer Bank in der Nachmittagssonne – direkt gegenüber meiner heutigen Unterkunft. Wir kommen ins Gespräch …

Die Biergärten und Cafés sind genauso, wie der Uferweg, brechend voll. Ich checke ein und habe ein Zimmer im 3 Stock auf der Sonnenseite. Auch der Blick auf die Ruhr ist super. Da die Lokalitäten im Hotel ebenfalls brechend voll sind, beschließe ich auf dem Zimmer zu bleiben und bei weit geöffneten Fenstern den Nachmittag ausklingen zu lassen und den Abend einzuläuten. Der Zimmer-Service versorgt mich mit einem hervorragenden Pilger-Menü a la Gustav.

Ein weiterer schöner Pilgersonntag geht bei bestem Vorfrühlings-Wetter zu Ende! Die heutigen rund 350 hm kommen mir gefühlt wie 1.000 hm vor. Da ist wohl bei meiner Kondition noch Luft nach oben!

Morgen geht es über Hagen-Haspe nach Gevelsberg, 660 hm – OHA!

Hilfe: WP GPX Maps.

volle Distanz: 23893 m
Maximale Höhe: 239 m
Minimale Höhe: 83 m
Gesamtanstieg: 353 m
Gesamtabstieg: -351 m
Gesamtzeit: 06:05:53
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Bilder des Tages

Hinweis: Wenn Sie zufällig abgebildet sein sollten, stellen wir Ihnen das Foto / die Fotos, auf denen Sie selbst zu sehen sind, für Ihre privaten Zwecke gern kostenlos zur Verfügung und – auf Ihren Wunsch hin – löschen wir solche Bilder natürlich sofort. Benutzen Sie dazu die Kontakt-Seite.

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3 Kommentare

  • Eberhard Knauf

    Hallo Gustav,
    schöner Reisebericht mit starken Bildern, Interessanten Hinweisen und zum Teil mit kuriosen Schildern ( Weg nicht verlassen Gefahr von Tagesbrüche😂).
    Mach weiter so und noch viele schöne Erlebnisse.
    Viele Grüße
    Eberhard

    • Gustav.Sommer.2017

      Hallo Eberhard,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Komplimente.
      Ja, es ist eine schöne Radpilgertour bei besten Wetter.
      Die Steigungen fordern mich, da muss ich oft in den Hamstergang oder schieben.
      Die großen Gänge hab ich auf dieser Tour noch nicht gebraucht.
      Dafür bin ich mit den kleinen Gängen inzwischen auf Du und Du.
      Nach der Bergprüfung ist vor der Bergprüfung.
      Heute waren die Waldwege dazu noch etwas ruppig mit rasanten Abfahrten, eher was für Downhill-Mountainbiking.
      Aber der Bericht von heute steht morgen hier im Blog …

      Bei Gelegenheit aller beste Grüße an alle in der Familie besonders an meine Schwester und den Schwager
      von Gustel

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